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Bauen im Moseltal

Ortsstruktur 2  
   
Das sich heute dem Betrachter darstellende Landschaftsbild des Moseltals mit seinen die Struktur der Talwände rhythmisierenden Rebflächen ist ein Kunstprodukt, das sich aus den Konditionen des Weinbaus, aus der Arbeit vieler Generationen und aus den geologischen Grundlagen der Landschaft entwickelt hat.

Diese aus der Weinkultur entstandene Landschaftskonstruktion zielt auf die optimale Nutzung der in der Landschaft angelegten Ressourcen. Der bei oberflächlicher Betrachtung sich einstehende Anschein einer Idylle sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Nutzung der Tallandschaft durchaus im Sinn einer Produktionsoptimierung erfolgte.

Da jedoch bei den Eingriffen in die Natur der menschliche Massstab das Grundmuster des Tuns bestimmte, kann festgestellt werden, dass das Landschaftsbild der in den Fels eingearbeitenden Rebenhänge, der an der Hangkante zum Schutz der Kulturen erhaltenen Eichen-Buschwälder und der auf dem Schwennland des Flusses bebauten Felder hohen optischen Reiz hat.

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Für den aus den Ballungsgebieten kommenden Touristen erscheinen heute die ländlichen Verhältnisse in einem verklärten, unter Umständen sentimental gefärbten Licht. Für den einheimischen Bewohner bestehen im Umgang mit der ererbten Bausubstanz funktionale und ökonomische Bedingungen, die unter Umständen die Nutzung des Vorhandenen zu erschweren scheinen. Der Einsatz des technischen Fachwissens und des formalen Könnens einesualifizierten Architekten wird hier notwendig. Der Erhalt historischer Bausubstanz, das Einfügen neuer, ergänzender Bauten, das Herausarbeiten der Qualitäten öffentlicher Platz- und Straßenräume und nicht zuletzt das gekonnte Einfügen notwendiger Ortserweiterungen in die Landschaft bedingen sorgfältige Planungsarbeit.

Das Anwachsen der Pendlereinzugsbereiche, die allgemeine Zunahme der Mobilität, ökonomische Veränderungen sowie die Vermarktung des Freizeitwertes der Landschaft sind Ursachen für eine deutliche Veränderung hinsichtlich der heutigen Ansprüche an die Infrastruktur.

Wichtigstes Thema bei der Betrachtung des aktuellen Bauens muss daher die Ordnung der raumplanerischen Vorgaben sein.

Auch sind alle Fragen zur Ausformung der Orte, der Ortserweiterungen und der Architektur an Topographie und die lokalen räumlichen Vorbedingungen gebunden. Bei der Entwicklung neuer und ergänzender Baufiguren muss sparsamer Flächenverbauch neben der Entwicklung formaler Qualitäten eine herausragende Rolle spielen. Die Umnutzung leerstehender Bausubstanz sollte in jedem Fall Vorrang gegenüber dem Errichten von Neubauten haben; dies besonders dann, wenn wertvolle historische Bauten infolge Funktionsverlust verfallen. Der behutsame Umgang mit dem Vorhandenen, schon in dem jeweiligen Ort Integrierten, bringt in der Regel nicht nur ein ästhetisch überzeugendes Ergebnis; er erfüllt auch bei Beachtung der Folgekosten alle Forderungen wirtschaftlicher und ökologischer Überlegungen.




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