Trier

 

»AUGUSTA TREVERORUM«
ca. 110000 Einwohner, 11722 ha, davon 378 ha Weinbau und 4346 ha Wald

 

Älteste Stadt Deutschlands nennt Trier sich stolz - und feierte 1984 das 2000 jährige Jubiläum der Stadtgründung. Das alte Augusta Treverorum, die Augustus-Stadt im Trevererland, war einer der wichtigsten Verwaltungssitze des römischen Imperiums und bedeutendste Stadt Deutschlands zu römischer Zeit.
Doch heimlich denken die Trierer noch viel weiter zurück, als nur bis zur Zeitwende. Da gibt es diese alte Inschrift am "Roten Haus": Ante Romam Treviris stetit annis mille trecentis perstet aeterna pace fruatur. "Vor Rom stand Trier dreizehnhundert Jahre, möge es weiter bestehen, sich ewigen Friedens erfreuend." Zwar gibt es keine wissenschaftlichen Beweise für diese kühne These, lokalpatriotische Phantasien beflügelt sie allemal.
Immerhin weiß man, dass die Treverer schon vor der römischen Eroberung städtische Siedlungen bauten und im Zuge eines ausgedehnten Straßennetzes auch Brücken über die Mosel errichteten.

Ja, wenn die Inschrift der Wahrheit entspräche, hätte Trier schon die 4000-Jahrfeier hinter sich ...

In Deutschland, ja selbst im Rheinland, liegt Trier am Rand. Europäisch gesehen hat es aber durchaus eine günstige Lage und ist Einkaufsstadt für Eifel, Moselland und Hunsrück, für Teile des Saarlandes, Luxemburgs und Lothringens.
So gibt es in der schön am Fluss liegenden kleinen Großstadt Bezüge zur Geschichte von mindestens zwanzig Jahrhunderten und die Touristenwerbung lädt durchaus berechtigt zum Rundgang ein: "2000 Schritte -2000 Jahre."

 

Das römische Trier

Wenn Trier auch Baudenkmäler aus allen Epochen aufzuweisen hat, so ist doch die römische hier wie nirgendwo sonst in Deutschland vertreten; denn Trier war in spatrömischer Zeit wichtiger Verwaltungssitz und Kaiserresidenz. Das römische Trier war erheblich größer als das mittelalterliche, das durch den Alleenring gekennzeichnet ist. Aber auch für einen Rundgang auf den Spuren der Römer mag dieser ein wichtiger Anhaltspunkt sein. Von Norden her betrat man das römische Trier durch die Porta Nigra; sie ist das einzige erhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen - was sie ihrer zeitweisen Umfunktionierung als Kirche verdankt. Von den vier Toren des alten "Augusta Treverorum" ist sie als einziges erhalten geblieben.

Stadttore und Stadtmauer des römischen Trier wurden nach einem Germaneneinfall gegen Ende des 2. Jahrhunderts erbaut. Der unvollendete Eindruck der Porta Nigra rührt daher, dass man die Gerüste der Steinhauer schnell abbaute, da sie bei der Belagerung während des Aufstandes des Clodius Albinus gegen Kaiser Septimius Severus (197 n.Chr.) hinderlich waren. Nach der Niederwerfung des Aufstandes wurden sie nicht mehr aufgebaut. Nachdem sich der Einsiedler Simeon in der Porta Nigra hatte einmauern lassen (1028) und Erzbischof Poppo von Babenberg hier eine Doppelkirche einrichtete (1034) überstand die Porta Nigra in völlig veränderter Form die Jahrhunderte: Oben war eine Kirche für die Geistlichkeit des anschließenden Stiftes St. Simeon (heute Stadtmuseum) eingerichtet worden, im Mittelgeschoss befand sich eine kleine Kirche für die Laien, während man das Untergeschoss zugeschüttet und eine Freitreppe bis zum Mittelgeschoss angelegt hatte. Napoleon I., weniger an Kirchen als an dem römischen oder vermeintlich gallischen Monument interessiert, ließ die Porta Nigra 1804 wieder auskernen. Die Arbeiten wurden dann in preußischer Zeit fortgeführt. Seit 1968 fanden umfangreiche Sicherungsarbeiten (Schutzdach für Ostturm und romanische Chorapsis) statt.
Dem Alleenring folgend gelangt man zur Mosel mit der Römerbrücke. Im Jahre 41 n.Chr. wurde über die Mosel eine Pfahlrostbrücke aufgeschlagen - wie die Jahresringforschung (Dendrochronologie) festgestellt hat. Diese Brücke wird in der antiken Literatur im Zusammenhang mit dem Bataveraufstand des Jahres 70 n.Chr. erwähnt. Etwa hundert Jahre später wurde wenige Meter oberhalb die heutige Steinpfeilerbrücke errichtet. Durch bauliche Veränderungen späterer Zeit wurde die Brücke von ursprünglich neun auf sieben Pfeiler verkürzt. Erst zur Zeit des Trierer Kurfürsten Erzbischofs Balduin von Luxemburg wurde die Holzkonstruktion der Fahrbahn durch eine Steinwölbung ersetzt. Die Brücke ist auch heute noch den Belastungen des modernen Straßenverkehrs gewachsen.

In Nähe der Südallee liegen Barbarathermen, Kaiserthermen, Viehmarktthermen und Amphitheater. Die Barbarathermen sind um 140 n.Chr. anstelle älterer Wohnhäuser entstanden. Sie sind zu den größten und nach ihrer Ausstattung wohl reichsten Badeanlagen des römischen Weltreiches zu rechnen. Hier wechselten Kaltwasser-, Warmluft- und Warmwasserbäder mit Aufenthalts-, Massage- und Gesellschaftsräumen ab, die alle durch ein raffiniertes technisches System von Fußboden- und Heißluftschächten geheizt wurden - unterirdisch ohne den Badebetrieb zu stören. Es versteht sich, daß die Räume mit Mosaiken und Statuen aufs prachtvollste ausgestattet waren. In nachrömischer Zeit dienten sie ab dem 5. Jahrhundert als Schutzburg der "Herren de Ponte" für den Moselübergang. Die späteren Jahrhunderte benutzten sie als Steinbruch, sodass nur mehr Fundamentmauerwerk erhalten ist.
Auch die Kaiserthermen zählten zu den größten des römischen Reiches. Von ihnen sind heute noch beachtliche Aufbauten erhalten. Ihre Entstehung steht im Zusammenhang mit der Erhebung des römischen Trier zur Kaiserresidenz zur Zeit der Reichsreform Diokletians (286 n.Chr.). Unter Valentinian I. (364-375) scheinen sie als Forum (Versammlungsraum) benutzt worden zu sein.
Der Einbeziehung in die mittelalterliche Stadtmauer ist es zu verdanken, dass im südöstlichen Bereich die fast 20 m hohen Mauern des Warmwasserbades erhalten sind. Das Fenster eines römischen Badehauses war eintausend Jahre später groß genug, das Stadttor einer Kurfürstenresidenz zu bilden. Interessant ist auch der Gang durch die unterirdischen Teile der Kaiserthermen.

In ihrer Nähe liegt am Fuße des Petersberges das Amphitheater. Auf den Rängen rund um die Arena hatten etwa 18.000 Zuschauer Platz. Das weist uns auf die Größe Triers und die Besiedlung des Hinterlandes in römischer Zeit hin. Unter der Arena befindet sich ein kreuzförmiger Keller, der wohl bei den grausamen Spielen die Leichen aufnahm, aber auch über eine Hebebühne verfügte. War die Anlage in römischer Zeit Teil der Stadtbefestigung, so lag sie im Mittelalter außerhalb der Mauern. Das Gelände der Arena wurde Weinberg- und Gartenland.

Stadteinwarts liegt der rote Ziegelsteinbau der Basilika. Es ist der Hauptbau einer römischen Repräsentationshalle. Sie wurde um 310 n.Chr. gebaut und bildete mit Seitenhallen und Vorhalle den Mittelpunkt des konstantinischen Palastes. Der Ziegelbau war wohl ursprünglich rot verputzt, innen mit Mosaikfußböden, Marmorverkleidung und Wandmalereien versehen. Es war wirklich ein prachtvolles Haus des Reiches, würdig, einem Kaiser bei seinen Repräsentationspflichten zu dienen.
Auch der Dom weist römische Bauteile auf. Die ursprüngliche spatrömische Anlage erstreckte sich bis zum Hauptmarkt, wie neuere Grabungen bestätigen.

Trier - Stadt der Kirchen
Trier ist mit kurzer Unterbrechung nach 1800 einer der ältesten Bischofssitze Deutschlands. In dem überwiegend katholischen Trier hat natürlich auch jeder Stadtteil seine Kirche; hinzu kommen noch einige evangelische Kirchen, als bedeutendste die Basilika, eine Synagoge und Gotteshäuser der verschiedensten Gemeinschaften. Hier soll nur die Rede sein von einigen historischen Kirchen, wobei die Auswahl wiederum unvollständig und mehr oder weniger willkürlich ist. Fangen wir im Norden Triers an. Hier steht St. Paulin, eine farbig gestaltete und daher auch äußerlich auffällige Kirche der Rokokozeit. Sie wurde 1734-51 nach Plänen Balthasar Neumanns errichtet. Der Hochaltar stammt von Ferdinnand Tietz, das sehenswerte Deckengemälde von Scheffler.
An der Porta Nigra erinnert noch der Ostturm mit der Apsis daran, dass sie von etwa 1000 bis 1800 Kirche war. Dom und Liebfrauen sind als Doppelkirchenanlage des frühen Mittelalters anzusehen, die in die prachtvolle Villenanlage der Kaiserinmutter Helena hineingebaut wurden.
Am Dom finden sich Stilelemente von der Römerzeit bis in die Moderne; er ist daher eine architektonische Sehenswürdigkeit. Wer den Dom besucht, sollte auch dem nahen Bischöflichen Museum in der Windstraße einen Besuch abstatten, wo sich die restaurierten Deckengemälde befinden, die man in Bruchstücken unter dem Dom fand. Sie stellen gewissermaßen das Familienalbum der damaligen kaiserlichen Familie dar. Mit dem Heiligen Rock besitzt der Dom eine Reliquie besonderer Art. Im Domkreuzgang ruhen Trierer Bischöfe. Die kleinen Gässchen im Umfeld des Domes stellten im Mittelalter einen eigenen Bezirk, die Kurienhäuser, dar, der auch heute noch seinen Reiz auf uns ausübt und mit Namen wie "Siehumdich" und "An der Meerkatz" uns zu Spekulationen Anlass gibt. Und Kinder dürfen auch heute noch auf dem Domstein herumrutschen, dieser römischen Säule, die dick und glänzend vor dem Eingang liegt.

Des Doms Zwilling "Liebfrauen und St. Laurentius" fällt durch seine oktogonale Bauweise im Innern auf und beeindruckt durch sein reich verziertes Portal.

In Domnähe befindet sich in einer Seitenstraße versteckt das kleine Welschnonnenkirchlein, auch dieser Name ist Programm. Ein Rokokoportal an der Südseite des Marktes führt zur Marktkirche St. Gangolf, im 15. Jahrundert von den Trierer Handwerkerfamilien in Konkurrenz zum Kurfürstlichen Dom erbaut und in praktischem Handwerkersinn mit einem hohen Turm ausgestattet, von dem aus der "Türmer" die Stadt überblicken und Feuer oder sonstige Gefahren melden konnte. Die stolzen Handwerksmeister bauten ihn um einen Stock höher als die Türme des Domes, worauf der Bischof mit wenigstens einem Domturm nachziehen musste!
In wenigen hundert Metern Entfernung liegt die Basilika. Einst römische Empfangshalle des Kaisers ist sie heute evangelische Christuskirche. Trotz ihres schmucklosen Inneren fasziniert die Palastaula Kaiser Konstantins durch ihre Formen und Proportionen. Auch ein Gang in ihren Kellerbereich bei einer Dienstagsführung ist lohnenswert. Die Jesuitenkirche mit dem Grab des Kämpfers gegen den Hexenwahn, des Jesuitenpaters Friedrich Spee von Langenfeld, darf nicht unerwähnt bleiben.

Im südlichen Trier steht die mit einer barocken Fassade versehene aber wesentlich ältere St. Matthiaskirche mit dem Grab des Apostels . Hier liegt sicherlich eine von mehreren Keimzellen des spätrömischen christlichen Trier. Die zahlreichen kleinen Kirchlein wie z.B. St. Simon und Judas in Pallien, die Paulinus-Kirche oder die moderneren, mittlerweile schon wieder Baugeschichte gewordenen wie St. Paulus sollen hier nur beispielhaft erwähnt werden. Triers Kirchen aufzulisten, würde Seiten füllen.

Neben den Zeugnissen aus römischer Zeit und den zahlreichen Kirchenbauten hat Trier in seinem reizvollen Stadtkern noch eine ganze Reihe historisch und baugeschichtlich interessanter Monumente vorzuweisen. Sie liegen fast alle im Bereich der ausgedehnten Fußgängerzone und laden den Besucher ein zum Stadtbummel mit historischem Hintergrund. Von der Porta Nigra geht es durch die Simeonsstraße Richtung Hauptmarkt. Gleich links am römischen Tor liegt das Haus Simeonstr. 8, in dem Karl Marx seine Jugend verbracht hat. Geboren wurde der Begründer des modernen Sozialismus im Haus Brückenstraße 10, das heute Museum und Dokumentationszentrum ist. Karl Marx (1818-1883), der moselländische Jude, der mit seinen Ideen die politische Welt des 20. Jahrhundert bewegte wie kein anderer, hat seine Heimatstadt Trier auf allen Kontinenten bekannt gemacht. Auf der Simeonstraße fällt als nächstes das weiß und bunt bemalte Dreikönigenhaus auf, ein spätromanisch-frühgotisches Wohnhaus aus dem 12. Jahrundert. Näher zum Markt hin führt durch einen Torbogen zu rechter Hand die Judengasse in das ehemalige Ghetto der Stadt.
Reizvolle Bauten der verschiedensten Zeit- und Stilepochen umgeben den Hauptmarkt, das zu allen Jahreszeiten geschäftige und lebendige Herz der Stadt. Als Zeichen des alten Marktrechtes steht mitten auf dem Platz das Marktkreuz aus dem Jahre 958, nicht weit davon der Petrusbrunnen von 1595.
Eindrucksvollstes Gebäude am Markt ist die Steipe, das alte Ratsweinhaus aus dem 15. Jahrundert mit seinen gotischen Bögen. Gegenüber finden wir die älteste Apotheke Deutschlands, die Löwenapotheke von 1241.

Nicht weit vom Markt, in der Diederichstraße, steht ein Turm, der ein Wohngebäude war, der Frankenturm. Dieser romanische Bau sagt in seiner Wehrhaftigkeit einiges über die Lebensumstände vor knapp eintausend Jahren. Die Eingangstür lag bezeichnenderweise im ersten Stock und konnte nur über eine bewegliche, hölzerne Außenttreppe erreicht werden. Diese wurde nachts oder bei Gefahr hochgezogen, wodurch sich das Wohnhaus in einen kleinen Festungsturm verwandelte.
Auch die Kurfürsten haben in den langen Jahrhunderten ihrer Herrschaft eindrucksvolle Gebäude hinterlassen. Das schönste ist der Rokoko-Palast des Kurfürsten Johann Philip von Walderdorff neben der Konstantin-Basilika. Er wurde in der Mitte des 18. Jahrundert vom Hofarchitekten Johannes Seiz erbaut. Seine prachtvolle Fassade und die dazu passenden Rokokoskulpturen des Bildhauers Ferdinand Tietz geben einen Eindruck vom Lebensstil und von der Lebensauffassung eines Kirchenfürsten der Zeit vor der Französischen Revolution.
Der Weg durch die Gartenanlage mit ihren allegorischen Figuren führt den Besucher zurück in die römische Zeit, zu den Ruinen der Kaiserthermen.

 

Trier-Ehrang

Mit Ehrang hat sich Trier einen Vorort angegliedert, der bis ins 18. Jh. selbst eine Stadt war und eine mächtige Stadtmauer mit Befestigungsanlagen besaß. Diese wurden in den Raubkriegen der französischen Könige zerstört, statt dessen wuchs die wirtschaftliche Bedeutung des Ortes an der Mündung der Kyll in die Mosel.
Neben dem Güterbahnhof ist es vor allem der neue Trierer Hafen mit seinen angrenzenden Industriegebieten, der die Bedeutung Ehrangs für die Wirtschaft des Trierer Raumes ausmacht.
Für den Besucher hat Ehrang im Ortskern aber durchaus Sehenswertes bewahrt. Neben den gut erhaltenen Resten der alten Stadtmauer u. a. das Milokreuz, ein umgearbeiteter römischer Meilenstein, der an den 753 hier verstorbenen Erzbischof Milo erinnert.
Zu beiden Seiten der Römerstraße fand man über 100 römische und fränkische Gräber, eine römische Grabkammer mit Wandmalereien und die prachtvolle Jupitersäule, die heute im Landesmuseum Trier zu bewundern ist.

Nicht weit von Ehrang liegen die Steinbrüche, die einst das Baumaterial für die Trierer Römerbauten lieferten. In Ehrang mündet die Kyll nach langem Lauf von der deutsch-belgischen Grenze in die Mosel und weist den Weg in die Eifel. In der Nähe, im Trierer Stadtteil Biewer, mündet der gleichnamige Bach mit seinem reizvollen, fast vergessen wirkendem Tal, das einen Besuch lohnt.

 

Trier-Pfalzel

Vom lateinischen Wort für Palästchen, palatiolum stammt der Name dieses Trierer Vorortes, der trotz der Zugehörigkeit zur ältesten Stadt und jüngsten Großstadt Deutschlands seine Eigenständigkeit bewahrt hat und dem Besucher durchaus wie ein eigenes kleines Gemeinwesen vorkommt.
Fünf Kilometer moselabwärts von Trier auf der linken Moselseite gelegen, hat Pfalzel mit seinen engen Gassen und historischen Bauten viel von seinem Charakter als kurfürstliches Amt des Mittelalters bewahrt. Damals war es Verwaltungszentrum für über hundert Dörfer und von einer stattlichen Festungsmauer umgeben.
Auch aus römischer Zeit haben sich Reste erhalten, und das "Palästchen" jener Zeit hatte immerhin die Ausmaße von 65 x 56 m, eine Dimension, die von den Nachfolgern des römischen Imperiums wohl kaum mit einer Verkleinerungssilbe versehen worden wäre. Erbaut von "Julian dem Abtrünnigen", umgestaltet und als Sommersitz genutzt von Kaiser Valentinian I. und dann von dessen Sohn Kaiser Gratian.
Aber auch dieser Palast wurde von den erobernden Franken ausgeplündert und zerstört. Die verfallene Anlage erhielt Adele, die Tochter des Frankenkönigs Dagobert II. um 700 als Geschenk von Pippin dem Mittleren.

Sie gründete dort ein Benediktinerinnenkonvent und war dessen Äbtissin. 1027 wurde das Domänenstift von Erzbischof Poppo wegen "verfallener Sitten" aufgelöst und in ein Kanonikerstift umgewandelt.
Aus römischer Zeit stammt auch das - von außen nicht sonderlich auffallende - älteste bewohnte Steinhaus Deutschlands (4. Jahrundert), auf das Pfalzel mit Recht stolz ist.
In der heutigen Pfarrkirche St. Marien/St. Martin verbinden sich römische Bauelemente und die Reste der unter Adele entstandenen und später ergänzten Konventskirche zu einer reizvollen Kombination.
Das kurfürstliche Amtshaus und heutige Rathaus aus dem 16. Jahrundert legt Zeugnis ab von der früheren Zentralfunktion des heutigen Großstadtvororts.
Die Eisenbahnbrücke die bei Pfalzel die Mosel überquert wurde 1878 eröffnet und eingleisig als Teil der Kanonenbahn benutzt. Auf der Brücke verlaufen heute zwei Gleise und ein Fußweg.

 

Trier-Quint

Mit den Vororten mancher Großstädte des ehemaligen römischen Imperiums hat Trier-Quint den Namen gemeinsam. Ad quintum lapidem = zum fünften Meilenstein, so wurden allerorten in jener Zeit Siedlungen benannt. Genova Quinto, ein Vorort von Genua, ist dafür ein typisches Beispiel.
An diesem fünften Meilenstein der römischen Fernstraße nach Andernach begründete 1683 Franz von Pidoll eine Eisenhütte mit Gießerei. Hier waren günstige Voraussetzungen gegeben: Holzkohle gab es aus den Eifelwäldern, über die Mosel kam das Erz - und so wurden auch die Fertigprodukte verschifft.

Erst 1972 wurde die Firma geschlossen. 1760 ließen sich die wohlhabenden Pidolls vom Trierer Hofarchitekten Seiz ein dreiflügeliges Barock-Schloss als Wohn- und Verwaltungsgebäude errichten.

 

Ruwer

An der Mündung des gleichnamigen Hunsrückflusses liegt der Ort Ruwer, der 1969 zusammen mit der Nachbargemeinde Eitelsbach nach Trier eingemeindet wurde. Ruwer spielte als Eisenbahnknotenpunkt eine Rolle und hatte zwei Bahnhöfe. Der kleinere »Ruwer West« lag an der Moseltalbahn, die auf der rechten Moselseite von Trier bis nach Bullay führte (1905 bis 1962). Sie war mit ihrem Personen- und Güterverkehr eine Lebensader des Moseltals und eine ganz besondere touristische Attraktion (»Saufbähnchen«).

Der größere Bahnhof »Ruwer DB« mit Empfangsgebäude und seperatem Stellwerk bildete den Beginn der »Ruwertalbahn«, auch »Hochwaldbahn« genannt. Sie folgte dem Ruwer flussaufwärts und traf in Hermeskeil auf die Hunsrückbahn. Heute sind die Schienen auf der Ruwertalbahn entfernt und die ca. 50 km lange Verbindung nach Hermeskeil »Ruwer-Hochwald-Radweg« intensiv genutzt.

Zu Ruwer gehört politisch auch der ehemals selbstständige Weinort Eitelsbach, der mit seinen Weingütern im Ruwerseitental etwas von seiner alten Winzerdorfstruktur erhalten hat.

 

Aktivitäten in Trier

Museumsbesuch z.B: Stadtmuseum Simeonsstift, Schatzkammer der Stadtbibliothek, Museum am Dom, Karl-Marx-Haus, Rheinisches Landesmuseum, Spielzeugmuseum, Verkehrsmuseum, Kulturzentrum Tuchfabrik

Kino- oder Theaterbesuch.

Es stehen drei Schwimmbäder zur Verfügung.