Wintrich

 

Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, Kreis Bernkastel-Wittlich
ca. 900 Einwohner, 1759 ha, davon 193 ha Weinbau und 1005 ha Wald

 

Bei Wintrich weitet sich das Moseltal und es beginnt eine Landschaft, die bestimmt ist von flacheren Uferhängen und ehemaligen Flussschleifen. Diese bilden Nebentäler mit sanften Landschaftsformen, die für eine landwirtschaftliche Nutzung besser geeignet sind, als die sonst für die Mosel charakteristischen Kerbtäler. Erst bei Bernkastel zeigen sich wieder bewaldete, steile Hänge. Wintrich selbst ist durch die Umgehungsstraße vom Durchgangsverkehr befreit und bietet romantische Gassen und Winkel mit historischen Fachwerkhäusern und traditionellen Weingütern. Alle fünf Jahre aber ändert sich die Atmosphäre im Ort. Dann wird das Weindorf zum Festspielort, der mit seinen Passionsspielen zehntausende Besucher aus aller Welt anlockt. Die nächsten Passionsspiele finden 2022 statt.

Weiter oberhalb öffnet sich ein weites Hochland mit Ackerflächen und lichten Wäldern. Dort befindet sich auch das »Wintricher Kastanienwäldchen«. Das Besondere sind seine über 130 Jahre alten Esskastanienbestände, die den größten zusammenhängenden Maronenwald in Rheinland-Pfalz bilden.
Der keltisch-römische Name vindriacum sagt viel über Wintrichs Geschichte, er heißt soviel wie »Winzerdorf«. Damals also bestimmte schon der Wein das Leben im Dorf und das hat sich bis heute nicht geändert. Als beste Lage gilt seit altersher der Ohligsberg, bekannt geworden ist Wintrich aber durch den »Großen Herrgott«, die Lage direkt über dem Dorf. Das riesige Kruzifix, das zu dem alten Namen passt, wurde allerdings erst 1968 auf dem Geyerskopf einbetoniert. Von dort aus bietet sich ein herrlicher Blick über das Moseltal und seine angrenzenden Gemeinden Minheim, Kesten und Brauneberg.