buchvorstellung thiele

Zwischen Wein und Liebe

Freitag, 3. Mai um 19:00 Uhr
im Staffelter Hof in Kröv

Samstag, 4. Mai um 16:30 Uhr
im Gewölbekeller im »Haus Till E« Zell

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Kues um 1830

 
Auszug aus dem Buch »Mit Carl Bodmer von Trier nach Koblenz«
 
Kues 1830 8
 
Die Richtung der Wasserstraße führt uns an einigen Inseln, einer größeren und kleineren (dem Bünchen), vorbei nach dem Dorf Kues, dessen Name an einen der berühmtesten und verdientesten Männer des Trierischen Landes erinnert. Das Dörfchen Kues zählt etwas über achthundert Einwohner, die sich größtenteils vom Weinbau ernähren, indem sie bei guten Jahren wohl sechshundert Fuder eines sehr preiswürdigen Erzeugnisses gewinnen. Sie treiben aber auch Ackerbau, und verdanken dieser Beschäftigung den größeren Teil ihres Wohlstandes. Ein bedeutender Teil ihrer Gemarkung (Zehnterei) liegt auf dem rechten Ufer des Flusses und grenzt mit Andel. Von Kues geleitet uns ein anmutiger Landweg von einer kleinen Viertelstunde über eine kleine, von dem anliegenden Gebirgszug in den zierlichsten Formen umgrenzte Ebene, die zugleich mit einer Fülle von Obstbäumen gesegnet ist, nach dem Hospitale gleiches Namens, einer denkwürdigen Stiftung jenes Nicolaus von Cues (de Cusa, Cusanus), der seiner Geburtsstätte eine Zelebrität verschafft hat, die den Glanz von Jahrhunderten verdunkelt. Der berühmte Kardinal war in dem Dörfchen Kues, woher er seinen Namen entlehnt hat, im Jahre 1401, wie man gemeinhin glaubt, von ganz armen, dem Schiffer- oder Fischerstande angehörigen Eltern geboren, die für die Erziehung ihres Sohnes aus eigenen Mitteln so gut als gar nichts tun konnten. Gegen diese Annahme streitet jedoch gar sehr der Anblick seines väterlichen Hauses (noch jetzt Eigentum des Hospitals) so wie der beträchtliche Umfang der ebenfalls noch der Hospitalstiftung zugehörigen Patrimonialgüter der Familie Chrypffs (so hiess der Vater des Prälaten) oder Krebs (de Cancris, 1306), die man hiernach wenigstens nicht zu den unbedeutenden bürgerlichen Geschlechtern jener Zeit und Gegend rechnen dürfte. So viel ist aber gewiss, dass der junge Chrypffs bei den Fraterherren zu Deventer, wo er den Grund zu seiner wissenschaftlichen Ausbildung legte, und später zu Padua in den verschiedenen Zweigen des Unterrichtes und der Unterweisung bei seinem glücklichen Talente rasch voranschritt, und zum Dienst der Kirche sich vollkommen befähigte.

 

 

 

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