Brückentor im Jugendstil
Traben-Trarbach
Eine Sehenswürdigkeit Traben-Trarbachs steht am südlichen Ufer der Moselbrücke. Das sich dort befindende Brückentor ist eines der Wahrzeichen der an der Mosel gelegenen Stadt. Als Abschluss der Moselbrücke wurde das Brückentor nach Vollendung des Brückenbaus 1899 vom Berliner Architekt Bruno Möhring entworfen und realisiert.
Zwar wurde das Wahrzeichen der Stadt im Laufe der Jahre mehrere Male umgebaut, jedoch blieb es von Zerstörung und Wiederaufbau gänzlich verschont. Im Gegensatz zur Moselbrücke selbst überstand es den Zweiten Weltkrieg unbeschädigt und hielt somit sein Aussehen aus der Vorkriegszeit bis heute bei. Demnach sind auch viele historische Merkmale in der Bauweise des Brückentors zu finden, wobei der Jugendstil jedoch überwiegt.
Das Brückentor besteht aus einem Haupt -und Nebenturm, die mithilfe eines großen Torbogens miteinander verbunden werden. Beide Türme weisen Ähnlichkeiten zueinander auf, die best erkennbar an dem aus Schiefer verkleideten Obergeschoss und Turmhelm sind. Der Hauptturm ist jedoch im Vergleich mit dem Nebenturm voluminöser und wird durch Elemente unterstützt, die dem Nebenturm nicht gewährt worden sind. So schließt sich dem Hauptturm eine Spitzbogenpforte mit einer reichlich dekorierten Ziersäule an, die als Highlight eine Skulptur des Traben-Trarbacher Bildhauers Wendhut beinhaltet. Diese zeigt in beeindruckender Form einen Raben und dessen Jungen in seinem Nest. Durch diese prachtvolle Beschmückung bilden Säule und Pforte nicht nur einen Kontrast dem Nebenturm gegenüber, sondern auch zum restlichen Bauwerk, das vor allem durch seine Zweckarchitektur gekennzeichnet ist.
Was sich jedoch von dieser Architektur abhebt, ist der Torbogen und dessen Relief, das sich zentral über dem Scheitel des Bogens befindet. In diesem Relief wird ein tanzendes Winzerpaar in Lebensgröße dargestellt, das sich farblich durch das Rot des Sandsteins, aus dem es besteht, von dem Rest des Konstrukts unterscheidet. Denn dieser rote Sandstein überzieht neben dem Relief in feinen Konturen den Torbogen und auch Teile des Haupt -und Nebenturms. Im Zusammenspiel mit dem blauen Schieferdach, der im Vergleich hellen Außenwand und dem Rot des Sandsteins ergibt sich dadurch das faszinierende Bauwerk.
Buch-Tipp:
Bruno Möhring: der Architekt des Brückentors und vieler weiterer Jugendstilbauten in Traben-Trarbach








